|
Der
Begriff Posaunenchor wird 1764 das erste Mal im Herrn-huter Diarium verwendet. Die Diarien der Brüdergemeinde berichten davon, dass schon bald nach Entstehung einer neuen Gemeinde auch ein Bläserchor gebildet wurde. |
|
 |
|
Der
Posaunengeneral Johannes Kuhlo (gest. 1941) hat
sich in der Posaunenarbeit besondere Verdienste
erworben. Der Anstaltspfarrer und Vorsteher des
Brüderhauses Nazareth hat in
seinem Ruhestand Schulungen für Chorleiter und Bläser,
Fortgeschrittene und Anfänger organisiert.
Er gründete neue Chöre, betreute sie
und lud die Bläser zu Treffen und später zu Posaunenfesten
ein. Er sammelte Melodien, Choräle und Lieder, schuf
Tonsätze für die Bläser und gab sie in handlichen
Notenbüchern heraus. Das Erbe sind rund
7000 Posaunenchöre mit über 100000 Bläsern. |
|
Noten gekauft werden. Bis heute haben fünf Chorleiter die Arbeit des Ev. Posaunenchores geprägt. Erich Bergt
1929 - 1957, Günther Schmidt Jescher 1957 - 1959, Manfred Werner 1959 - 1960 und 1969 - 1995, Werner Gutjahr 1960 - 1969
und Steffen Bischoff seit 1995. Manfred Werner ist heute noch ein aktiver Bläser im Chor und arbeitet in seinem Ruhestand weiter
an der Chronik des Posaunenchores. Steffen Bischoff hat im Zerbster Posaunenchor das Handwerk des Trompeteblasens erlernt und es als
Musikpädagoge zum Beruf gemacht. Inzwischen ist
er Posaunenchorleiter des Zerbster Chores und Landesposaunenwart der Anhaltischen Landeskirche. Heute hat der Zerbster Posaunenchor 18 Stammbläser/innen. Wie schon 1929 ist
die St. Bartholomäigemeinde sein Zuhause, wo auch heute noch der Übungsraum in der Schlossfreiheit 3 ist. Die Bläsereinsätze sind in dem Bereich
der Landeskirche Anhalts. Regelmäßig nimmt der Zerbster Posaunenchor an Landesposaunenfesten und
Bläserfreizeiten teil. Gemeinsam wird mit anderen Bläsern aus dem Bereich der Landeskirche
musiziert. Die häufigsten Einsätze sind in der Stadt Zerbst und
ihrer näheren Umgebung. Zu den Höhepunkten des Posaunenchorlebens
gehört das regelmäßige Treffen mit dem Partnerchor aus Forst in der Lausitz. Die Treffen finden wechselseitig statt. Es werden viele Ausflüge
unternommen. Das gemeinsame Musizieren in den verschiedenen Kirchengemeinden rundet dann die ganze Sache ab. Das
Musikspektrum des Posaunenchores ist sehr breit. Es richtet sich in erster Linie nach dem Kirchenjahr. Vor Ostern werden z. B. Passionsmusiken und
im Sommer Volksmusikserenaden gespielt. Die Blasmusik von Posaunenchören ist sehr stark von klassischer Musik geprägt. Neben Chorälen
von Bach gibt es viel Bearbeitungen von Stücken alter Meister wie Händel und Telemann. Natürlich kommt
die moderne Musik nicht zu kurz. Es werden regelmäßig neue Musikstücke und
Bearbeitungen z. B. von Traugott Fünfgeld, Gospels und auch mal ein Tango bzw. Musik der Beatles gespielt. |